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ROBERTO ZUCCO

von Bernard-Marie Koltès

 

Eine Produktion von aufBruch KUNST GEFÄNGNIS STADT in der JSA Berlin

 

Premiere: Montag, 13. März 2017 um 17.30 Uhr (letzter Einlass 17:15)

Vorstellungen: 15., 17., 20., 22. und 24. März 2017 jeweils um 17.30 Uhr  (letzter Einlass 17.15 Uhr)

 

Der französische Dramatiker Bernard-Marie Koltès verarbeitet in „Roberto Zucco“ einen realen Kriminalfall, der 1986 Frankreich und halb Europa in Atem hielt. Roberto Zucco, wegen Mordes zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, entkommt durch eine waghalsige Flucht aus dem Gefängnis. Sein Weg zieht eine Spur irrationaler Gewalt nach sich. 15 szenische Tableaus sind Durch-gangsorte für einen Mörder ohne Motiv, einen Geiselnehmer ohne Forderung.
Das Schauspielensemble der Jugendstrafanstalt Berlin folgt der Fluchtlinie Zuccos durch eine Welt, die dessen Wünschen und Sehnsüchten keinen Raum bieten kann. Roberto Zucco ist ein Schwellenwesen, der Normen und Regeln überschreitet. Und weil es dem äußeren Anschein und der sozialen Herkunft nach keinen Grund für seine Verbrechen gibt, macht uns Zucco Angst. Er könnte von einem Moment auf den anderen eine Banklehre beginnen oder im Rotlichtmilieu Gewalttaten begehen. Die gängigen Erklärungsmodelle versagen bei ihm. Nach seinen Motiven befragt, antwortet er, er habe keine. Damit wird er zur latenten Bedrohung einer an Sicherheit und Berechenbarkeit orientierten Gesellschaft.

„Man muss über die Dächer fliehen, zur Sonne.
Zwischen Sonne und Erde werden sie nie eine Mauer ziehen.“

 

Eine Produktion von aufBruch KUNST GEFÄNGNIS STADT in der JSA Berlin

 

Es spielen Insassen der JSA Berlin: Abuko, Batek, Elvis, Francesco Escudos, Jamal, Jalal, Jetmir, Karim, LOQ, Mido, Mimo, Nerde, Sameda, Serif, Volkan, Walid

 

Regie Peter Atanassow Bühne Holger Syrbe Kostüm Petra Korink Dramaturgie Daniel Dumont, Alexander Gagesch Musikalische Einstudierung Vsevolod Silkin Video Pascal Rehnolt Produktionsleitung Sibylle Arndt Regieassistenz Claudia Rothenbühler Produktionsassistenz Francesca Spisto Kostümassistenz Anna Friedli Technik Marek Mauel Graphik Alexander Atanassow

 

Tickets: 14 € / 9 € (ermäßigt)

 

Kartenverkauf ab 27.02.2017:
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
Tel.: 030 240 65 777 · täglich 12-18 Uhr

oder ab 27.02.2017: im  Onlineshop

 

Karten sind nur ab 16 Jahren und mit persönlicher Anmeldung bis spätestens 5 Tage vor der Vorstellung erhältlich. Karten sind nicht übertragbar. Der Einlass ins Gefängnis am Tag der Vorstellung erfolgt nur nach Vorlage eines gültigen Personalausweises oder Reisepasses. Mitgeführte Gegenstände müssen in Schließfächern deponiert werden. Aufgrund geringer Schließfachgrößen bitte kein Großgepäck mitführen. Kein Nacheinlass!

 

Gefördert aus Mitteln des Fonds Darstellende Künste und der Senatsverwaltung für Kultur und Europa sowie durch den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung – Fördersäule 2.

Unterstützt durch JSA Berlin, JVA Tegel, JVA Plötzensee, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, zitty Berlin.

Realisiert im Rahmen des EU-Projekts SKILLS FOR FREEDOM.

 

Video

Fotos: Copyright Thomas Aurin.
Jedwede Verwendung nur nach vorheriger Genehmigung durch aufBruch / Thomas Aurin

www.thomas-aurin.de

Pressestimmen

Roberto Zucco
Das aufBruch Ensemble überzeugt mit seiner Wiederentdeckung des  Koltès-Dramas

 

[...] In einer konstrastiven Dramaturgie, ganz dem Autor folgend, der immer wieder auf die eigentliche Komik seiner düsteren Dramen verwiesen hat, garnieren die Darsteller ihre intensive Aufführung mit Hans-Albers-Liedern. Koltès’ Gesellschaftsdiagnose jedenfalls
– und in dieser Aufführung wird der Autor und besonders sein dichter Text neu entdeckt
– ist heute poli­tisch weiter brandaktuell. [...]

 

von Axel Schalk

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Grüß mir die Sonne, Mörder!
Gefängnistheater »aufBruch«: Koltès’ »Roberto Zucco« in der Jugendstrafanstalt Plötzensee

[...] Das Ensemble in beeindruckender Trance. Rap, Salto rückwärts, keifende Menge, mal hämisch vorpreschend, mal feige zurückweichend. Dann jene herausgehobene Intimität leiser Begegnungen, die sich aber immer wieder in verzweifelte Aggressivität, in abgebrühte Verworfenheit wandelt. Erstaunlich differenzierende Stimmkräfte - und verblüffend souverän und berührend jene Weichheit, mit der bärtige Jungen in weibliche Rollen tauchen. [...]

 

von Hans-Dieter Schütt

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Spielort:
JSA Berlin (Kultursaal)
Friedrich-Olbricht-Damm 40 - Pforte 3
13627 Berlin

Anfahrt:
S-Bahn Beusselstraße
Bus 123 Friedrich-Olbricht-Damm/Heckerdamm

Karten erst ab 16 Jahren und nur mit persönlicher Anmeldung mindestens 5 Tage vor der Vorstellung

 


 

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